Wörter wirken

Wenn ich zuviel arbeite, wenn ich einen Abgabetermin habe, wenn ich die Wohnung für einen Besuch auf Vordermann bringen will, wenn ich wegen kranker Kinder zu wenig schlafe, wenn ich gefühlte hundert Dinge auf der Todo- Liste habe; kurz gesagt, wenn bei mir zuviel los ist, werde ich – sobald das Chaos vorbei ist –…

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„Wie gern möchte ich einmal im Mondschein spazieren gehen.“

Kann man verurteilten Verbrechern glauben? Ja, würde ich sagen, aber mit Einschränkungen. Der letzte Kirchenflohmarkt führte mich gerade zu einem Speziallesethema: Gefängnisaufenthalte. Ich fand dort „Orange Is the New Black“ von Piper Kerman und „Spandauer Tagebücher“ von Albert Speer. Beide Bücher wurden geschrieben von reuigen Sündern nach bzw. während ihres Gefängnisaufenthaltes. Piper Kerman saß 15…

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Vorschuss durch den Leser?

Diesmal hat mich die Facebookwerbung erwischt. Tilman Rammstedt schreibt ein neues Buch. Via Crowdfounding kann man den Autor unterstützen und darf quasi während des Arbeitens schon mitlesen. Das Ganze trägt den Titel „Morgen mehr Rammstedt – ein Roman-Abo“. Das hört sich interessant an, dachte ich und um den Preis von einem Buch, mache ich glatt…

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Gustav und die Dialoge

Gustav Ernst, mein ehemaliger Schreiblehrer, greift in „Zur unmöglichen Aussicht“ wieder gekonnt zur Dialogform. Der Ich-Erzähler sitzt regelmäßig im Kaffeehaus und wird wegen seiner Aktentasche von einem Mann namens Kagraner angesprochen. Die beiden Herren in mittleren Jahren trinken von da an regelmäßig, über Jahre hinweg, miteinander Kaffee und unterhalten sich. Die Rollen des Gesprächs sind…

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Das Geräusch der Dinge beim Fallen

Juan Gabriel Vásquez „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“ sticht aus meiner üblichen Lektüre heraus. Ich befasse mich normalerweise wenig mit südamerikanischen Literatur und gar nicht mit Drogenhandel. In der Bücherei habe ich das Buch wegen seines schönen Titels ausgewählt. Der Titel hält was er verspricht. Er steht einerseits für die wunderbar poetische Sprache (die…

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Malbücher für Erwachsene

Dieser Artikel in der „Welt“ über den Kulturverfall durch Malbücher für Erwachsenen hat mich recht amüsiert. Es wundert mich nicht, dass Malbücher nun die Bestenlisten in der USA und in Großbritannien anführen. Unsere Welt wird immer bildlastiger. Es ist nicht die Zeit großer Worte. Bilder können wir schneller verstehen, schneller verarbeiten. Facebook funktioniert über Bilder.…

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Kleon, Austin: „Alles nur geklaut“ – 10 Wege zum kreativen Durchbruch“

Austin Kleon behauptet in „Alles nur geklaut“ – 10 Wege zum kreativen Durchbruch“ das Beste in der Kunst sei geklaut. Er ermutigt den Leser, sich Methoden, Techniken, Einstellungen anderer Künstler anzueignen. Das sollte von verschiedenen Künstlern passieren und der Remix, der daraus entsteht, ist dann wieder originell. Seine 10 Anweisungen lauten in Kürze: 1 Das…

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Mamas Lieblingsbuch

Wenn das Baby in der Nacht hustet, sodass es sich anhört, als ob es seit fünfzig Jahren täglich eine Schachtel Zigaretten rauchen würde, und man überlegt, ob man hysterisch erscheint, wenn man wegen eines Hustens in die Spitalsambulanz kommt, dann greift man auch um 2:00 früh gerne zum Standardwerk für alle Eltern: „Gesundheit für Kinder-Moderne…

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Mit „timschal“ ins neue Jahr

In den letzten zwei Monaten habe ich neben Sachbüchern und Zeitschriften nur an einem einzigen Roman gelesen. Und das gerne und extra langsam. Denn er trägt einen Gedanken, der mich auch im Alltag beschäftigt. Ich habe auf dem Kirchenflohmarkt (!) von John Steinbeck „Jenseits von Eden“ erstanden, in einer alten Donaulandausgabe mit seltsamer Silbentrennung. Aber…

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Die Berge, sie rufen mich

Durch Zufall habe ich nun drei Bücher hintereinander gelesen, in denen eine Bergtour eine entscheidende Rolle spielt. Beim ersten Buch wusste ich, dass der Mount Everest eine Hauptrolle spielen würde. Schließlich habe ich schon Auszüge von Thomas Glavinic „Das größere Wunder“ bei einer Lesung im MQ gehört. Ich hatte eine Riesenfreude, als ich es an…

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Abbruch durch Schwangerschaft

Seit ich wieder schwanger bin, fällt mir auf, dass mein Medienkonsum wieder kritischer wurde. Im Fernsehen und im Film ertrage ich viele Dinge nicht mehr. Neben Gewalt und Not von Kindern, was ja noch logisch und nachvollziehbar ist, stören mich nun auch Verfolgungsjagden, die inhaltlich nirgends hinführen sondern nur nach dem Motto, höher, weiter, lauter,…

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Marchel und Margarita

Margarita Kinsters und meine Wege kreuzen sich von Zeit zu Zeit, dass ich sie kenne wäre zu viel gesagt. Aber sie inspiriert mich jedes Mal mit ihrem Engagement für Literatur. Und jetzt ist sie natürlich eine Motivation endlich einen Roman fertig zu bekommen und auch dann an einen guten Verlag zu bringen. Ihren Erstlingsroman „Mittelstadtrauschen“…

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Zum Weinen

T.C. Boyles Roman „América“ könnte es zum modernen Klassiker schaffen. Die Aktion Eine Stadt. Ein Buch hatte es zumindest schon 2013 als Gratisbuch für Wienerinnen und Wiener ausgewählt. Ich habe schon viele Bücher von T.C. Boyle gelesen. Die meisten mochte ich. Aber nie so sehr, dass er ein Lieblingsautor geworden wäre. Ich greife zu seinen…

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Urlaubslektüre – Teil 3

Mein zweites Urlaubsbuch ist von Sabine M. Gruber „Beziehungsreise“. Dieser Roman erzählt eine Beziehung nur anhand der gemeinsamen Urlaube. Die Beziehung ist alles andere als perfekt, sie hinkt schon von Anfang an, was der Leser aber erst am Schluss weiß, weil die Geschichte rückwärts erzählt wird. Ich bin angenehm überrascht von dem doch traurigen Buch.…

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Marathonschreiben

Ich bin weder einen Marathon gelaufen, noch habe ich einen Roman geschrieben. Doch ich bis jetzt dachte ich, beides sei vergleichbar. Man steckt eine möglichst gute, ebene Strecke ab, beseitigt alle Hindernisse (Autos, Fußgänger, Ampeln) mache sich schlau, wo Erfrischungsstationen sind und trainiere hart. Man weiß, die 42,195km wird einem bis auf dem inneren Schweinehund…

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Frau Krechel möchte schlank sein

In der Bücherei fand ich zufällig (ich hatte ohne Vorbestellung nicht zu hoffen gewagt) Ursula Krechels mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnetes Werk „Landgericht“. Freudig erzählte ich den beiden Bibliothekaren, dass ich gerade auf dem Weg zur Lesung aus diesem Werk sei. Sofort in der Straßenbahn begann ich zu lesen und es kostete mich zwei Drittel…

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Kochen und fasten

Als Hausfrau kann ich nicht mehr über das Kantinenessen schimpfen, sondern muss von meinen eigenen Kochkünsten leben. Ich lasse mir vom Biohof Adamah die Grundstoffe liefern. Sohnemann bringt sie mit seinem Laufwagerl von der Wohnungstür in die Küche, was schon einmal den halben Vormittag dauert. Den restlichen Vormittag verbringe ich damit, die Kochbücher zu studieren…

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Zeitgerechtes Lesen

Stell dir vor, du sitzt in der Straßenbahn, bist auf dem Weg in ihre Yogastunde und liest einen Roman. Weil dein Mann etwas zu spät von der Arbeit nach Hause gekommen ist, um den Sohnemann zu übernehmen, bist du selber etwas spät dran. Du hast vorgesorgt, indem du schon Yogakleidung unter dem Alltagsgewand tragst und…

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Manches funktioniert auch, wenn man keine Esoteriktante ist

Mit Verwunderung habe ich in den letzten Monaten feststellen müssen, dass noch nicht alle Menschen in meiner Umgebung den Esoterikbestseller von Bärbel Mohr: „Bestellungen beim Universum“ kennen. Deshalb muss ich heute ein Buch empfehlen, das fürchterlich geschrieben ist. Interessant ist nur ein Teil des Inhalts. Hier das Wesentlich in Kürze: Du darfst dir, was dein…

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Extrem laut und unglaublich nah (…ein wunderbarer Titel)

„Extrem laut und unglaublich nah“ ist der zweite Roman von Jonathan Safran Foer. Der neunjährige Oskar Schell findet, nachdem sein Vater beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben gekommen ist, in dessen Kasten einen Schlüssel, von dem er nicht weiß, in welches Schloss er gehören könnte. Am Kuvert, dass neben dem Schlüssel liegt,…

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