Sprache als verbindendes Hindernis

Der schmalen Roman „Reibungsverluste“ von Mascha Dabić, der eher unspektakulär einen Tag im Leben einer Übersetzerin erzählt, hat mich nach dem ersten Lesen so beschäftigt, dass ich ihn ein zweites Mal gelesen habe. Und das kommt selten vor. Nora ist Übersetzerin und Dolmetscherin aus dem Russischen. Wir Leserinnen dürfen sie einen Tag lang begleiten. Der…

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Südstaatenmädels

Gefühlt haben wir heuer schon seit zwei Monaten Sommer, doch diese Woche ist erst der offizielle Sommerbeginn. Heute empfehle ich zwei Südstaatenromane. „Wer die Nachtigall stört…“ von Harper Lee und „Der kleine Freund“ von Donna Tartt können unsere Gedanken an schwülen Sommerabende erfrischen.

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Alt, aber gut

Was kann man von den Romanen des amerikanischen Autors John Williams erwarten? Er lebt mittlerweile nicht mehr, der Höhepunkt seines Schaffens war in den siebziger Jahren. Was macht einen Roman zeitlos? Seit meinem Lesefasten bin ich wieder extrem kritisch, was die Romanqualität angeht. Mindestens drei Bücher habe ich seither nur angelesen und sofort in die…

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Lesegefühl und Lebensgefühl

Der Wiedereinstieg ins Lesen nach meinem Lesefasten war holprig. Am Karsamstag, dem Tag an dem ich mein Bücherfasten feierlich beenden wollte, war ich todmüde. Wir hatten ein Zimmer übersiedelt, waren dann noch in die Steiermark gefahren, hatten in ein kleines, nettes Osterfeuer gestarrt und dann sollte es losgehen. Nur war ich so richtig müde, körperlich…

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Dunkelhäutig und in Gefahr

Über Colson Whiteheads Roman „Underground Railroad“ hat schon gefühlt jede Zeitung und jeder Blog geschrieben, trotzdem mag ich ihn hier auch nochmal vorstellen. Denn diese Geschichte ist wichtig. Für meine Kinder ist es nichts Besonderes mit Kinder zu spielen, die eine andere Hautfarbe haben oder anders aussehen. Erst als uns am Wochenende ein Buch aus…

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#maximaCOMEPASS: Ich seh‘, ich seh‘, was du nicht siehst

Beurteile ein Buch nach seiner Farbe Vor meinen Augen habe ich schwarze Buchstaben auf weißem Grund, ich bin ganz ruhig. In meinem Inneren lebe ich in einer farbenfrohen Geschichte, die nicht meine eigene ist. Da gehe ich, da stehe ich, da leide ich, da lache ich. Sie zeigt mir, was die Welt alles sein kann;…

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Der Sinn der Lesekrise

Wenn das Lesen gerade nicht recht funkt Wenn man ein gutes Buch ausgelesen hat und versucht ein neues anzufangen, dann kann es vorkommen, dass einem die Lesekrise überfällt. Das neue Buch wirkt schal und abgeschmackt und das nächste, das man zur Hand nimmt auch, und das nächste auch. Und man mag schon gar keines mehr…

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Flüchten

Zwei Bücher zum Thema Flucht Ein Aspekt des Lesens ist es, kurzzeitig aus dem eignen Leben entkommen zu können, sich nicht mit der eigenen Realität, dem Alltag beschäftigen zu müssen. Manchmal braucht man nur Unterhaltung, das gebe ich zu. Aber dann gibt es auch andere Bücher, Bücher die den Versuch einer Erklärung unternehmen. Sie ziehen…

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Zeitgenössisches jüdisches Zweifeln

Zwei Möglichkeiten wie ein jüdisches Leben im gegenwärtigen Amerika aussehen kann, zeigen Deborah Feldman in „Unorthodox“ und Jonathan Safran Foer in „Hier bin ich“. „Ich lebe also nicht mein eigenes Leben?“ „Nein.“ „Und wessen Leben lebe ich?“ „Vielleicht das, was sich dein Vater oder dein Großvater sich unter deinem Leben vorgestellt haben. Vielleicht auch du…

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Sinnlicher Lavendel zum Lesen

Was ich an Hanns-Josef Ortheil liebe und was nicht Ein Antwort auf sein Buch „Was ich liebe und was nicht“ Hanns-Josef Ortheil hat letztes Jahr ein Buch herausgebracht mit dem Titel „Was ich liebe und was nicht“. Ihn inspirierte dabei das „Kopfkissenbuch“ der japanischen Hofdame Sei Shonagon, das ich leider noch nicht gelesen habe. Er…

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Der Alltag mit Kindern, Büchern und Sorgen

Karl Ove Knausgård will nach seinem letzten Band „Kämpfen“ nicht mehr Schreiben und erklärt auf 1269 Seiten warum Ich hatte mir vorgenommen, nichts mehr über Knausgård zu schreiben, weil ohnehin in jeder Zeitung davon zu lesen war. Dann dachte ich, ich schreibe nur eine kurze Empfehlung, aber kurz und Knausgård passen nicht zusammen, scheint es…

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Engel in Schwebe

„Glauben Sie an Engel?“, mit dieser Frage eröffnete der evangelische Pfarrer kürzlich die Predigt. Engel haben Flügel, leuchten irgendwie und wenn sie auftauchen, will Gott etwas von uns. Ich bin nicht sicher, ist meine Antwort darauf. Ich habe noch keinen gesehen. Alles hat seine Zeit Auch Karl Ove Knausgård hat sich in seinem zweiten Roman…

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Das flotte Buch, dass die Zeit anhalten will

Ich habe nun „Morgen mehr“ von Tilman Rammstedt endlich als Buch gelesen, nicht nur häppchenweise am Handy. Es hat nun einige Zeit gedauert, bis ich Lust gehabt habe, das Büchlein „Morgen mehr“ von Tilman Rammstedt zu lesen. Die treue Blogleserin erinnert sich vielleicht, dass ich mich am Crowdfunding des Hanser-Verlages für diese Buch beteiligt hatte…

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Wer ist hier normal?

Ich wollte unbedingt einen Wälzer für den Urlaub. Auf meinem Nachtkästchen lag schon „Der Jonas Komplex“ von Thomas Glavinic, doch nach den ersten Seiten wusste ich, dass es nicht das Buch war, dass mir den Urlaub verschönern würde. (Ich habe tatsächlich später die Lektüre auf Seite 184 abgebrochen, weil mich die Konstruiertheit und Aufgeblasenheit dermaßen…

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Der stumme Junge schreibt

Der Bub Hanns-Josef ist stumm. Als er in die Schule eintritt, wird das bald aus verschiedensten Gründen zum Problem. Daraufhin entwickelt sein Vater eine eigene Schreibschule für ihn. „Der Stift und das Papier“ von Hanns-Josef Ortheil ein wunderschöner Titel für ein Buch eines stummen Buben im frühen Volksschulalter, der mittels Schreibübungen wieder zurück zum Sprechen…

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Ein bisschen Frieden

Diesmal geht es um keinen Roman, es geht um kein gut geschriebenes Buch, es geht um kein schönes Buch. Es geht um ein wichtiges Buch. Eines, von dem man lernen kann. Eines, dass das das Potential hat die Welt zu verändern: „Gewaltfrei Kommunikation – eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg. Die gewaltfreie Kommunikation…

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Karl Ove entblößt sich und ich kann nicht wegschauen

Ich bin in die Falle getappt. Ich werde keine mehr Ruhe finden, bis ich nicht alle Wälzer des Norwegers Karl Ove Knausgårds verschlungen habe. Karl Ove Knausgård erzählt über sein Leben. Mehr nicht. Und auch nicht weniger. Er erzählt alles, und er überlegt dazwischen. Er versucht das Leben so wie es ist, ungeschönt darzustellen. Es…

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Kinder, Löwen und die katholischen Kirche

John Irving und ich haben schon eine lange Beziehung. Ich habe ihn als Studentin entdeckt. Seine Romane gehörten zu dem Wenigen, was ich mir in dieser romankargen Lebensphase gönnte. Ich war fasziniert von seinem Wienbezug, seinen Bären, seinen Waisen, seinem Ringen, seinen lang vorbereiteten Zufällen. Ich finde John Irving auch als Mensch äußerst sympathisch. Als…

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Erste Etappe von „Morgen mehr“

Hier kommt wie versprochen, ein Zwischenbericht über Tillman Rammstädts täglichen Fortsetzungsroman. Ein Fortsetzungsroman funktioniert bei mir im Alltag dann wohl doch nicht. Während ich anfangs noch brav jeden Tag mitgelesen habe, waren mir die Häppchen doch zu kurz und begann sie aufzuheben und in einer ruhigen Minute binge- zu readen, oder wie sagt man da?…

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Wörter wirken

Wenn ich zuviel arbeite, wenn ich einen Abgabetermin habe, wenn ich die Wohnung für einen Besuch auf Vordermann bringen will, wenn ich wegen kranker Kinder zu wenig schlafe, wenn ich gefühlte hundert Dinge auf der Todo- Liste habe; kurz gesagt, wenn bei mir zuviel los ist, werde ich – sobald das Chaos vorbei ist –…

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