„Das Tiefland“ von Jhumpa Lahiri

Ein indischer Roman über zwei Brüder fürs Herz Ein wenig außerhalb von Kalkutta gab es zwei Teiche und dahinter ein Tiefland. In der Nachbarschaft gab es einige einfache Hütten, aber auch den vornehmen Tolly Club. Nach dem Monsunregenfällen gab es keine Trennung mehr zwischen den Teichen und das Tiefland war geflutet. Zwei Brüder lebten in…

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Indien, zweimal bunt und ungeschönt

Ich wurde in Indien immer gefragt, ob meine Schwester und mein Bruder älter oder jünger als ich wären und wusste bis vor Kurzem nicht, was der Hintergrund dieser Frage war. Nun weiß ich es. Nein, ich war nicht in Indien, das wird noch ein paar Jahre dauern, bin meine Kinder groß genug sind. Ich habe…

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Clemens, der Profi

Wo beginnen wir also mit unserer Reise ins Burgenland? Wir suchen uns einen einfachen Zugang. Wir beginnen aktuell. Wir beginnen mit dem zeitgenössischem Autor, der von der Presse derzeit am deutlichsten wahrgenommen wird: mit Clemens Berger. Er stammt aus dem Südburgenland und hat vor kurzem den Roman „Im Jahr des Panda“ herausgebracht. Das Südburgenland dient…

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Engel in Schwebe

„Glauben Sie an Engel?“, mit dieser Frage eröffnete der evangelische Pfarrer kürzlich die Predigt. Engel haben Flügel, leuchten irgendwie und wenn sie auftauchen, will Gott etwas von uns. Ich bin nicht sicher, ist meine Antwort darauf. Ich habe noch keinen gesehen. Alles hat seine Zeit Auch Karl Ove Knausgård hat sich in seinem zweiten Roman…

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Ein Splitter im Auge und viel Schnee machen noch lange kein Märchen

„Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen war als Kind mein Lieblingsmärchen. Ich habe es geliebt, weil es um Freundschaft ging und um ein unerschrockenes Mädchen, das die Dinge in die Hand nimmt. Die Nachbarkinder Gerda und Kay sind sind die besten Freunde. Eines Tages zerbricht der Teufel einen verzerrenden Zauberspiegel und Kay bekommt einen dieser…

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Aufklärung 2.0

George Orwell war es gestern, heute ist es Dave Eggers, der uns eine Warnung schickt. Dave Eggers hat sein Romanscenario in „Der Circle“ nicht allzu weit in der Zukunft angesetzt. In wenigen Jahren könnte es soweit sein, dass eine globale Firma es schafft, uns annähernd lückenlos zu überwachen. Diese Firma heißt in Eggers Roman der…

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Wer ist hier normal?

Ich wollte unbedingt einen Wälzer für den Urlaub. Auf meinem Nachtkästchen lag schon „Der Jonas Komplex“ von Thomas Glavinic, doch nach den ersten Seiten wusste ich, dass es nicht das Buch war, dass mir den Urlaub verschönern würde. (Ich habe tatsächlich später die Lektüre auf Seite 184 abgebrochen, weil mich die Konstruiertheit und Aufgeblasenheit dermaßen…

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Gezeichnete Geschichten

Im Kaffeehaus am Tisch gegenüber sitzt ein Mann zwischen 40 und 50 mit Dreitagesbart. Er hat eine Graphic Novel aufgeschlagen. Welche, kann ich nicht erkennen. Direkt vor ihm liegt ein kleiner Zeichenbock auf dem er mit Bleistift ein Gesicht skizziert. Aus seinem Rucksack, der auf einem Sessel steht, lugen weitere Bücher. Es wird Zeit in…

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Der stumme Junge schreibt

Der Bub Hanns-Josef ist stumm. Als er in die Schule eintritt, wird das bald aus verschiedensten Gründen zum Problem. Daraufhin entwickelt sein Vater eine eigene Schreibschule für ihn. „Der Stift und das Papier“ von Hanns-Josef Ortheil ein wunderschöner Titel für ein Buch eines stummen Buben im frühen Volksschulalter, der mittels Schreibübungen wieder zurück zum Sprechen…

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Wir Hauskatzen

Meine Kollegin fragte mich am letzten Freitag, ob ich ein Haus am Land wüsste, dass sie über den Sommer mieten kann. Sie brauche dieses satte, freie, träge Sommergefühl. Ich verneinte, erzählte aber, dass ich auch Sehnsucht nach dem Land habe, weil ich da gerade so ein Buch gelesen habe. Sie fragte, welches denn? „Unterleuten“ von…

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Estland für Anfänger

Von Estland weiß ich nichts, weder Wahrzeichen, noch Nationalspeisen, noch Politik. Sofi Oksanen bietet in ihrem Roman „Fegefeuer“ einen Einblick in die Geschichte Estland. Seit 2014 Finnland Gastland der Frankfurter Buchmesse war, steht der Name der Autorin auf meiner Leseliste. Die auffällig gestylte Sofi Oksanen ist eine gebürtige Estin, lebt aber nun in Finnland. Zara…

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Karl Ove entblößt sich und ich kann nicht wegschauen

Ich bin in die Falle getappt. Ich werde keine mehr Ruhe finden, bis ich nicht alle Wälzer des Norwegers Karl Ove Knausgårds verschlungen habe. Karl Ove Knausgård erzählt über sein Leben. Mehr nicht. Und auch nicht weniger. Er erzählt alles, und er überlegt dazwischen. Er versucht das Leben so wie es ist, ungeschönt darzustellen. Es…

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Kinder, Löwen und die katholischen Kirche

John Irving und ich haben schon eine lange Beziehung. Ich habe ihn als Studentin entdeckt. Seine Romane gehörten zu dem Wenigen, was ich mir in dieser romankargen Lebensphase gönnte. Ich war fasziniert von seinem Wienbezug, seinen Bären, seinen Waisen, seinem Ringen, seinen lang vorbereiteten Zufällen. Ich finde John Irving auch als Mensch äußerst sympathisch. Als…

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„Wie gern möchte ich einmal im Mondschein spazieren gehen.“

Kann man verurteilten Verbrechern glauben? Ja, würde ich sagen, aber mit Einschränkungen. Der letzte Kirchenflohmarkt führte mich gerade zu einem Speziallesethema: Gefängnisaufenthalte. Ich fand dort „Orange Is the New Black“ von Piper Kerman und „Spandauer Tagebücher“ von Albert Speer. Beide Bücher wurden geschrieben von reuigen Sündern nach bzw. während ihres Gefängnisaufenthaltes. Reuige Sünder Piper Kerman…

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Um Mut geht es

Gestern hing ein kleiner Kreis von sehr konzentrierten Zuhörern fast eineinhalb Stunden an den Lippen der supernetten Autorin und Illustratorin Barbara Yelin. Sie stellte bei Thalia ihre Graphic Novel „Irmina“ vor. Irmina ist eine ehrgeizige, etwas spröde junge Frau aus Stuttgart, die es 1934 mit einem Ausstauschprogramm nach London verschlägt. Sie will beruflich auf eigenen…

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Das Geräusch der Dinge beim Fallen

Juan Gabriel Vásquez „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“ sticht aus meiner üblichen Lektüre heraus. Ich befasse mich normalerweise wenig mit südamerikanischen Literatur und gar nicht mit Drogenhandel. In der Bücherei habe ich das Buch wegen seines schönen Titels ausgewählt. Der Titel hält was er verspricht. Er steht einerseits für die wunderbar poetische Sprache (die…

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Mamas Lieblingsbuch

Wenn das Baby in der Nacht hustet, sodass es sich anhört, als ob es seit fünfzig Jahren täglich eine Schachtel Zigaretten rauchen würde, und man überlegt, ob man hysterisch erscheint, wenn man wegen eines Hustens in die Spitalsambulanz kommt, dann greift man auch um 2:00 früh gerne zum Standardwerk für alle Eltern: „Gesundheit für Kinder-Moderne…

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Mit „timschal“ ins neue Jahr

In den letzten zwei Monaten habe ich neben Sachbüchern und Zeitschriften nur an einem einzigen Roman gelesen. Und das gerne und extra langsam. Denn er trägt einen Gedanken, der mich auch im Alltag beschäftigt. Ich habe auf dem Kirchenflohmarkt (!) von John Steinbeck „Jenseits von Eden“ erstanden, in einer alten Donaulandausgabe mit seltsamer Silbentrennung. Aber…

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Geburtslektüreplan und Realität

Wie schon bei der letzten Geburt hatte ich wieder Alice Munro in die Spitalstasche gepackt. Diesmal „Liebesleben – Erzählungen“, das aktuellste in Österreich erschienen Buch. Ich kaufte es auf Deutsch, denn ich befürchtete, dass mich schon alleine das Lesen mich intellektuell massiv beanspruchen würde, sodass ich das nicht noch in einer fremden Sprache tun wollte.…

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Die Berge, sie rufen mich

Durch Zufall habe ich nun drei Bücher hintereinander gelesen, in denen eine Bergtour eine entscheidende Rolle spielt. Beim ersten Buch wusste ich, dass der Mount Everest eine Hauptrolle spielen würde. Schließlich habe ich schon Auszüge von Thomas Glavinic „Das größere Wunder“ bei einer Lesung im MQ gehört. Ich hatte eine Riesenfreude, als ich es an…

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