Futter für den guten Wolf

Der Wolf und die Großmutter, "Rotkäppchen" aus dem Kleinen Gestalten Verlag

Die Geschichte von den zwei Wölfen

Ein alter Indianer sitzt mit seiner Enkelin am Lagerfeuer und erzählt ihr folgende Geschichte:
„In jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen.
Der eine Wolf ist böse.
Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.
Der andere Wolf ist gut.
Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.

Das kleine Mädchen schaut eine Zeitlang ins Feuer, dann fragt es:
„Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Indianer schweigt.
Nach einer ganzen Weile antwortet er:
„Der, den du fütterst.“

Quelle unbekannt

Mein Ziel für 2018 ist, den guten Wolf zu füttern, nicht nur in mir, sondern auch den großen, guten Wolf in der Welt. Daher gehen meine bisherigen Schwerpunkte weiter: burgenländische Literatur ist noch nicht auserzählt, es wird auch immer wieder neues aus Indien geben, auch das Frauenthema wird mich nicht loslassen. Aber mein Fokus für 2018 wird weiter auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen. Zero Waste und Minimalismus gehören weiterhin zu diesem Themenkreis, aber ich plane ihn heuer zu erweitern. Ich will auch Romane zum Thema Umwelt und Natur lesen (nur über die guten werde ich hier schreiben, keine Sorge). Ich mag mich mit der Relevanz unseres Tun hier auf der Erde beschäftigen. Ich möchte meinen Lebensraum nicht den knurrenden Wölfen überlassen. Ich hoffe, das interessiert Dich auch.

2017

Ich freue mich, dass 2017 dreimal mehr BesucherInnen als das Jahr zuvor mein Blog gelesen haben. Das motiviert mich, drei bis sechs Stunden in einen Text zu stecken. 33 Beiträge habe ich im letzten Jahr verfasst, davon 6 Beiträge zu burgenländischen Literatur, 9 Beiträge zum Thema Zero Waste und 3 Beiträge sind zum Indienthema hinzugekommen.

Lodernde Leselust

Was mir dieses Jahr bewusst geworden ist, ist, wie zutiefst glücklich mich das Lesen macht. Ich habe natürlich schon immer gewusst, dass lesen für mich ist, aber erst diese Jahr ist mir aufgefallen, wie mir beim Betreten der Bücherei ein wohlige Schauer über den Rücken läuft, wie sich die Härchen auf meinem Unterarm aufstellen, wie mir die Tränen in die Augenwinkel schießen. Wie mein guter Wolf mit dem Schwanz wedelt. Wie ich mir Zeitfenster suche, um in Buchhandlung stöbern zu können, wie sich dort mein Puls beruhigt und ich die Zeit vergesse. Wie sehr ich an manchen Tagen den Abend herbeisehne, an dem ich mich gemütlich ins Bett kuscheln kann und endlich ein Buch zur Hand zu nehmen darf. Wie ich ich mich über eine längere Fahrzeit zur Arbeit mit einer guten U-Bahnlektüre hinwegtrösten kann. Welch gute LehrerInnen ich in Bücher gefunden habe, vor allem zum Thema Zero Waste.

Außerdem habe ich begonnen in der echten Welt über Bücher und mein Blog zu sprechen. Ich habe nicht nur gute Freundinnen, mit denen ich über Gelesenes diskutiere und mit denen ich Veranstaltungen besuche, ich habe liebe Nachbarinnen, mit denen ich Bücher austausche und ich habe heuer begonnen an einem Lesekreis teilzunehmen. 3 Stunden lang sprechen ganz unterschiedlich Lesebegeisterte monatlich über ein Buch, begleitet wird die Diskussion nicht nur von einer toll vorbereiteten Moderatorin, sondern auch von 1-2 Gläschen Rotwein. Was könnte schöner sein!

Danke an alle lieben Lesemenschen!

Auf ein wunderbares Lesejahr für uns und den guten Wolf!