„Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ von Selja Ahava

20150211 Kunst Stefan

Das wunderbare Buch handelt von Anna, die sich -schon dement- versucht an ihr Leben zu erinnern.

Sie erzählt von ihrem geliebten Mann, dem Filmemacher Antti, der bei einem Autounfall verstorben ist. Mit ihm hat sie in Finnland gelebt, im Sommer in einem Haus am See, im Winter in der Stadt. Später mit ihrem neuen Partner Thomas in London gehen schon Teile ihrer Erinnerung verloren. Es hilft Anna in der Stadt herumzuwandern. Mit dabei sind ihre sechs fiktiven Kinder.

Irgendwann kehrt sie nach Finnland zurück und lebt unter der Aufsicht ihres Bruders, bis sie nach einem Zwischenfall ins Altersheim gebracht wird.

Die Geschichte ist sehr liebe- und fantasievoll erzählt. Anna versucht sich die Welt anhand von Listen, von Aufzählungen zu merken. Sie erzählt von Wolfskinder, Mittagsschläfchen im Schnee und einem Wal der durch London schwimmt. Naturbeschreibungen wird viel Platz gegeben. Die sprung- und lückenhafte Erzählung passt perfekt zum Inhalt.

Neben „Der alte König im Exil“ von Arno Geiger, ist das Buch das Beste, was ich über demente Menschen gelesen habe.

Erstveröffentlichung: 2015-05-04 10:55