Ilija Trojanow „Der Weltensammler“

Den Roman „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow trägt den Aufkleber „Bestseller“ und hat den Preis der Leipziger Buchmesse 2006 erhalten, aber leider hält er nicht, was er verspricht.

Die Geschichte basiert auf den Erlebnissen des britischen Forschers Sir Richard Francis Burton. Sie beschreibt sein Wirken in drei Länder, zuerst in Indien, wo er als Inder verkleidet für die englische Regierung spioniert, dann im arabischen Raum, wo er, als Nicht-Moslem an der Hadj teilnimmt und dann in Afrika ausgehend von Sansibar bis zum Viktoriasee, rund um Erforschung der Nilquellen.

An sich ist die Geschichte interessant, das Buch scheitert allerdings an der Erzählform. Es gibt zumeist zwei Erzähler, zum einen Diener von Burton und zum anderen einen allwissenden Erzähler. Im arabischen Raum gibt es dazu noch die Dialoge von Verhören. Dazu kommen auch noch Briefwechsel, in denen Burton selbst zu Wort kommt. Insgesamt ergibt das ein sehr unrundes Bild. Ich bin beim Lesen immer nervöser geworden, weil mich die Erzählformen so geärgert haben.

Ich versteht nicht, warum das Buch so gut ankommt. Wegen der Geschichte, die dem holprigen Konstrukt zugrunde liegt? Hast du es gelesen und hat es dir gefallen?

Erstveröffentlichung: 2008-02-01 19:00